Historische Schachgemälde
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Hier nehmen wir ein paar historische Schachgemälde unter die Lupe und untersuchen, inwieweit die Künstler damals das Bewusstsein hatten, genau auf das Schachbrett zu schauen. Sehr oft muss man nämlich feststellen, dass bei Schachgemälden für das wichtigste Element, nämlich das Schachbrett und die Figuren - zuwenig Aufmerksamkeit verwendet wurde. Das an sich scharfe Auge der Künstler versagte beim Abmalen von Schachbrettern sehr oft kläglich.


Schachpostkarte mit Motiv aus dem 13. Jhdt. Markgraf Otto IV von Brandenburg beim Schachspiel, 13. Jhdt.
Die Postkarte zeigt ein Teilstück aus der Manessischen "Großen Heidelberger Liederhandschrift" aus dem 13. Jahrhundert. Die Miniatur beinhaltet ein zentrales Schachbrett, allerdings hat dieses nur 42 Felder (6x7). Auch im 13. Jahrhundert waren die Schachbretter quadratisch und hatten 8x8 - also 64 Felder. Der Maler hatte also keine Ahnung vom Schach und hat außerdem nicht genau hingeschaut. Dies ist umso bedauerlicher, da das Schachbrett ja das zentrale und wichtigste Motiv dieser Miniatur darstellt. Aber es wurde einfach hurtig drauflos gemalt. Solche künstlerischen "Patzer" kamen leider in der Realität gar nicht so selten vor. Zum Vergrößern einfach aufs Bild klicken!


Schachgemälde: Lucas van Leyden um 1508 "Die Schachpartie"  Lucas van Leyden um 1508
Dieses sehr bekannte Schachgemälde hängt in der Gemäldegalerie Berlin. Es ist in zahlreichen Katalogen abgebildet und es gibt auch Postkarten und Schachmarken davon. Schachtechnisch ist es leider jedoch nicht okay, denn das zentrale Schachbrett hat leider 96 Felder!


"Die Schachpartie"  Johann Hummel um 1818/19
Das Original hängt in Hannover und eine Vorstudie in Berlin. Dieses Ölgemälde ist angeblich noch bekannter als die Schachpartie von Leyden. Das  Hummel-Gemälde ist auch schachtechnisch richtig. Ein vorbildliches Gemälde! Zum Vergrößern aufs Bild klicken!


"Schachspieler von Rudolf Köselitz 1910
Ein Aquarell des Malers Köselitz aus dem Erzbegirge. Ab ca. 1910  hatte er sein Atelier in München. Dort entstand auch dieses Gemälde. Das Bild "Schachspieler" zeichnet sich nicht nur durch eine beeindruckende Charakterstudie der Menschen aus dem Erzgebirge aus, sondern ist auch schachtechnisch völlig okay. Ein sehr schönes und charakteristisches Schachgemälde. Zum Vergrößern einfach aufs Bild klicken.


Napoleon - Madame de Remusat, 2003
Ein hoch erotisches und gleichzeitig sehr schönes Schachgemälde. Es beruht auf einer im Jahr 1805 tatsächlich gespielten Partie im Malmaison Castle. Napoleon spielte mit den weißen Steinen und gewann trotz der Ablenkung durch die weibliche, nackte Schönheit. Das Gemälde ist schachtechnisch äußerst präzis und absolut richtig, sodass man sogar die Position klar erkennen und nachspielen kann. Das Bild ist von Badacsonyi Sandor aus Ungarn. Zum Vergrößern aufs Bild klicken.


Linkhinweis: Hier gehts zu einer Seite mit zahlreichen Schachgemälden. Sehr interessant und ziemlich exklusiv im Netz! Unglaublich viele Schachgemälde zu sehen. Ansehen lohnt sich!

 

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